Natur und Umwelt
Veranstaltungen der NaturFreunde Baden-Württemberg

NaturFreunde Ulm übergeben Flusslandschaft des Jahres an die Trave und gießen
Wasser der Argen in die Trave

2016_04 | ,,Möge sich, wie die Wasser der Argen und der Trave, die Solidarität der Naturschützer verbinden. Wir alle leben von und mit der Natur. So wie in der Natur, deren Teil auch wir sind, alles miteinander verbunden ist, so sind auch wir miteinander verbunden. Von Mensch zu Mensch, von Nation zu Nation. von Kontinent zu Kontinent. So kann der Naturschutz auch zum Kristallisationspunkt für eine solidarische Weltgemeinschaft werden. Wir wünschen den zwei Jahren Flusslandschaft Trave in diesem Sinne viel Erfolg.’’ Mit diesen Worten gossen die Vertreter der NaturFreunde Ulm, Walter Hulder, Wolfram von Wurzach und der Vorsitzende Hans-Peter Zagermann das mitgebrachte Wasser der Argen in die Trave bei Bad Oldesloe. In Bad Oldesloe wurde die Trave feierlich zur Flusslandschaft der Jahre 2016/2017 in Deutschland erklärt.
Die Argen war die Flusslandschaft der Jahre 2014/2015. Auf Initiative der NaturFreunde Ulm mit Unterstützung der Stiftung ,,Wilde Argen“ und des Fischerverein Wangen wurde die Argen im Allgäu zur Flusslandschaft erklärt. Am 19. März 2016 brachten die Vertreter der NaturFreunde Ulm den ,,Pokal“ nach Bad Oldesloe.
Die NaturFreunde Deutschlands rufen gemeinsam mit dem Deutschen Angelfischerverband für jeweils zwei Jahre eine ,,Flusslandschaft des Jahres" aus. Mit dieser Initiative soll - die Bevölkerung für die ökologische, ökonomische und soziokulturelle Bedeutung der Flüsse und der sie umgebenden Landschaften sensibilisiert, - Maßnahmen zur Erhaltung und zum Schutz von Flusslandschaften und ihrer Lebensgemeinschaften, insbesondere der in ihnen lebenden Fischbestände, initiiert, - abschließende Arbeiten zum Erreichen einer hohen Durchgängigkeit, der Wasserqualitätsverbesserung und/oder Renaturierung unterstützt und - naturnahe Wander- und Erholungsgebiete gefördert werden, die die Flusslandschaften einem nachhaltigen Tourismus erschließen.

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Artenschutzmaßnahme Flussseeschwalbe (Sterna hirundo) in den Gewässern „Gronne“ NSG und „Lichternsee“ LSG, Markung Ulm
Bericht 2014 (Anlage Grafik)

Vor 15 Jahren begannen wir unser Artenschutzprojekt im Naturschutzgebiet „Gronne“ an der Ulmer Donau. Mit Ausdauer arbeiteten wir daran, die Stillwassserregionen beidseitig der Donau zu einem in Baden-Württemberg bedeutenden Brutplatz für die Rote Liste-Art Flussseeschwalbe zu entwickeln. Unsere Arbeit war wegweisend! Sie begann bereits mit der Einrichtung von Brutplatzangeboten an Baggerseen im Alb/Donau-Kreis im Jahr 1996. Am Baron’schen See bei Erbach brüteten schließlich bis zu 35 Brutpaare, ehe unsere Maßnahme wegen anstehender Umwandlung zu einem Freizeitgebiet eingestellt wurde. Im Jahr 2000 wurde uns ob dieses Engagements im Artenschutz der Umweltpreis des Alb/Donau-Kreises zuerkannt!
Unser Einsatz in den Ulmer Schutzgebieten, wo wir inzwischen insgesamt 4 kiesbeschichtete Brutplattformen betreuen mit z. Zt. 13 – 14 Brutpaaren, hat zu Nachahmungen angeregt, so dass eine regionale Brutpopulation gesichert scheint. Unser natur- schützerischer Einsatz wird durch das Regierungspräsidium wahrgenommen und unterstützt. Auch die Ulmer Bürgerstiftung hat durch eine materielle Zuwendung die Anschaffung von zwei modernen Brutbasen ermöglicht. Allen Unterstützern sowie Mitarbeitern, namentlich Georg Walcher, NABU Laupheim, Dieter Käßmeyer, Rudi Fuchs, Helmut Kettinger, Hans Palmer, Eckart Buß (verst.) und Walter Hummel (verst.) wird hiermit herzlich gedankt.
Endlich ist es nun so weit, dass mit dem neuen Jahr der ,,Lichternsee“, seiner Bedeutung gemäß, das Prädikat Naturschutzgebiet erhält! Damit wird die Ulmer Naturschutzgebietsszene auf gesamt 140 ha Fläche erweitert. Ein Glücksfall, dass sich dieses Ereignis mit unserem Artenschutzanliegen „Flussseeschwalbe“ jährt.
Ergebnis Flussseeschwalben 2014
Gronne (2 Basen) 09 Gelege (= 09 Brutpaare) / Eizahl = 23
Lichternsee (2 Basen) 05 Gelege (= 05 Brutpaare) / Eizahl = 10
Gesamt (4 Basen) 14 Gelege (= 14 Brutpaare) / Eizahl = 33
Hinweise: Auf dem Hintergrundbild „Brutpaare“ (Grafik) sind unsere Brutflöße zu erkennen.
Auf einer Brut Base im Lichternsee brütete solo ein Paar Lachmöwen.
Im Lichternsee im August ein Kanadier-Boot unterwegs mit 3 Personen! Fehlender Hinweis auf Fahrverbot an Öffnung zur Donau.
Roland Maier
Grafik Brutpaare
Grafik Gelege

Gemeinsame Pressemitteilung der Natur- und Umweltschutzverbände
Schwäbischer Albverein, LNV, BUND, NABU, BNAN, NaturFreunde

„Im Einsatz für die Natur“: Natur- und Umweltschutzverbände stellen sich vor

Neue Broschüre zeigt auf, wie ehrenamtlicher  Naturschutz im Biosphärengebiet Schwäbische Alb funktioniert

Das Biosphärengebiet Schwäbische Alb wurde im Jahr 2008 gegründet und im Mai 2009 von der UNESCO als Biosphärenreservat anerkannt. Ziel ist es, dass in dieser Modellregion regionalwirtschaftliche Aktivitäten, Tourismus sowie Natur- und Umweltschutz Hand in Hand gehen.

Maßgeblich am Erfolg des Projekts beteiligt sind die Naturschutzverbände Schwäbischer Albverein, Landesnaturschutzverband (LNV), Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND), Naturschutzbund Deutschland (NABU), Bund Naturschutz Alb-Neckar (BNAN) und NaturFreunde Deutschland. Mit ihrem unermüdlichen Einsatz, ihrem Engagement und ihrem umfassenden Know-how tragen sie seit Jahrzehnten zum Erhalt der abwechslungsreichen Kulturlandschaft, der Artenvielfalt und der Qualität der Wanderwege bei.

Die sechs Verbände präsentieren sich nun erstmals in einer gemeinsamen Publikation, welche aus Mitteln des Biosphärengebiets Schwäbische Alb finanziell gefördert wurde. Der Titel „Im Einsatz für die Natur“ beschreibt dabei in wenigen Worten, was die überwiegend ehrenamtlich Aktiven der Verbände an bürgerlichem Engagement leisten. Auf 32 Seiten erfährt man im Detail - mit eindrucksvollen Fotos untermauert - wie Natur- und Umweltschutzmaßnahmen vor Ort funktionieren.

Die Leserinnen und Leser bekommen Einblick in das Aufgabenspektrum der einzelnen Verbände und in die ehrenamtliche Naturschutzarbeit im Biosphärengebiet. Wichtige Grundlageninformationen werden vermittelt und beispielhafte Projekte vorgestellt. Man erfährt, wie man an Veranstaltungen, Exkursionen oder Projekten teilnehmen und vor allem, wie man durch eigenes Engagement in den erwähnten Verbänden selbst im Naturschutz aktiv werden kann. Die Broschüre wird vervollständigt durch Kontaktadressen, Informationen sowie vielerlei Tipps und Anregungen.

Die gemeinsame Broschüre „Im Einsatz für die Natur“ liegt ab sofort in den Geschäftsstellen der beteiligten Verbände und im Biosphärenzentrum Schwäbische Alb in Münsingen aus.

Artenschutzmassnahme Flussseeschwalbe - Bericht 2013
Vier Brutbasen mit Stahlkonstruktion Gronne und Lichternsee im Einsatz

Dank behördlicher Zuwendung war es möglich, die Ausstattung unserer Brutbasen nach moderner Bauart zu komplettieren. In beiden Gewässern sind somit je 2 Basen als verzinkte Stahlkonstruktion im Einsatz. Die Handhabung sowie die Dauerhaftigkeit der Bruthilfen sind damit optmiert! Die letzte, funktionstüchtige Altausführung wurde im August 2013 entsorgt. Die Positionierung der Schwimmkörper erfolgte im Lichternsee am 3. Mai, in der Gronne am 7. Mai, wobei gleichzeitig die neue Base zu montieren war. Mitte August waren schließlich die letzten Flussseeschwalben abgewandert. Noch nie war eine Brutsaison derart durch widrige Wetterumstände im Mai und Juni 2013 gekennzeichnet. Nasskalte Phasen und extreme Gewässertrübung infolge von Hochwasser gefährdeten die Bruten. Bei der am 4. Juni erfolgten Kontrolle und Zählung waren zwei Küken, 2 Tage alt, tot. Das gab es noch nie. Die Bestandsaufnahme ergab für beide Gewässer 13 Gelege = 13 Brutpaare mit einer Gesamteizahl von 36. Das Ergebnis zeugt von Konstanz. Über mögliche weitere Verluste unter den Küken, aufgrund ungünstiger äußerer Einflüsse, ist keine Aussage möglich. Ansonsten war der Ablauf der Brutsaison unauffällig. Hinweise: Die Schranke ab Hans Lorenser-Straße zum Lichternsee ist noch immer außer Funktion. Unbefugtes Befahren ist möglich! Im Zusammenhang mit der Schafbeweidung war unmittelbar am Ufer des Lichternsees ein Pferch eingerichtet. Meine Meldung an dieUntere Naturschutzbehörde.
Roland Maier
Ergebnis 2013: Flussseeschwalbenprojekt in Ulm
Naturschutzgebiet ,,Gronne” 2 Basen (neu) 6 Gelege (= 5 Brutpaare) / Eizahl 16
Landschaftsschutzgebiet ,,Lichternsee” 2 Basen (neu) 8 Gelege (= 8 Brutpaare) / Eizahl 20
Gesamt 4 Basen (neu) 13 Gelege (= 13 Brutpaare) / Eizahl 36

Grafik  Brutpaare 2013
Grafik Gelege         2013

Bericht über die Artenschutzmaßnahme Flussseeschwalbe für 2011
Es wurden 13 Gelege mit 35 Eiern gezählt

Unsere seit 2000 an den Gewässern durchgeführte Maßnahme war auch heuer erfolgreich.
In Folge unseres Engagements sind in Stillgewässern der Region um Ulm und Neu-Ulm
herum weitere Brutplätze für die Rote Liste-Art Flussseeschwalbe entstanden (z.B.
Plessenteich).
Entsprechend einer Forderung des Fischereivereins wurde die Position der beiten Brutinseln
in der „Gronne“ gemeinsam festgelegt (80 m Abstand vom Ufer). Hierzu Aktenvermerk
SUB V-930/10-NZ/LP vom 19.4.2011.

Die Brutposition der 4 Schwimmbasen wurde am 5.5.11 mit je einer Base und am 10.5.11 mit
je einer weiteren Base in den Gewässern eingerichtet. Ein Teil der brutwilligen Vögel war
bereits seit längerem im Gebiet und vereinnahmte die mit Kies beschichteten Bruthilfen
umgehend. Der Verlauf des Brutgeschäftes verlief wohl ohne besondere Vorkommnisse. Die
mediterrane Weißkopfmöwe, ein potenteller Prädator, befliegt regelmäßig die Brutgewässer,
wird aber von der koloniebrütenden Flussseeschwalbe in Schach gehalten (seit der Fuchsattacke
im Jahr 2008 hat die Weißkopfmöwe hier nicht mehr gebrütet).
Am 3. Juni wurde an den Flößen die Zählung und Kontrolle der Gelege durchgeführt. Die
Belegung der Brutbasen war sehr gleichmäßig. Zeitgleich war bereits das erste Küken geschlüpft.
Nachfolgend das Ergebnis:
Gronne
1. Floß 3 Gelege 8 Eier
2. Floß 3 Gelege 10 Eier
Lichternsee
 1. Floß 3 Gelege 8 Eier
2. Floß 4 Gelege 9 Eier
Gesamt: 13 Gelege 35 Eier
Gronne und Lichternsee zusammen im
Durchschnitt je Gelege 2,7 Eier.

Oberschwaben eine Region der Moore und Seen
Wiedernässung des Pfrunger Ried ist größtes Moorprojekt des Landes Baden-Württemberg

Oberschwaben, eine Region der Moore und Seen, ist einst durch die eiszeitlichen Gletscher und den folgenden Schmelzwasserströmen geformt worden. Die lebhafte Topografie ist hinterlassener Ausdruck dieser Ereignisse. Das nur bedingt bewirtschaftbare Land bewahrte seine Urwüchsigkeit deshalb bis in die jüngere Zeit hinein. Mit Hilfe moderner Technik und Bodenkultur schließlich gelang es durch Entwässerung ,Teile des „unnützen“ Moores ur und nutzbar zu machen. Mit dem Teilverlust dessen Ursprünglichkeit ging auch die charakteristische Vielfalt an Lebensräumen, Pflanzen und Tieren zurück. Erst jetzt, in Zeiten agrarischer Überschüsse, besinnt man sich darauf, verstärkt Wiedergutmachung zu organisieren.
Wir Ulmer „NaturFreunde“, daran möchte ich erinnern, haben bereits in den Achtzigerjahren das Problem erkannt und uns in den Widerstand eingebracht. In dieser Zeit waren wir protestierend mit dem Oberlehrer Buschle bei einer Exkursion im Ummendorfer Ried bei Biberach unterwegs, welches dem lukrativen Kiesabbau geopfert werden sollte. Schließlich konnte dies verhindert werden. Die Zeitschrift „Kosmos“ nahm sich in einer erfolgreichen Kampagne der Rettung des Pfrunger Moores bei Wilhelmsdorf, Kreis Ravensburg, an. Auch da waren wir, der politischen Einsicht vorauseilend, am Widerstand beteiligt. Der Initiant dieser „Kosmos“-Bewegung war der dort forschende Forstmann Lothar Zier, Königseggwald. Es ging um die Zurückdrängung zerstörerischer Eingriffe und um die Erweiterung des bereits bestehenden Naturschutzgebietes. Zier war bei den Ulmer „NaturFreunden“, die einen öffentlichen Diavortrag dazu organisierten und nachfolgend mit einem vollbesetzten Reisebus unterwegs waren, um mit dem Forstmann eine unvergessene Exkursion durch den Pfrunger Moorkomplex durchzuführen.
In dieser Zeit, 1985, entstand die komplexe populärwissenschaftliche Abhandlung „Das Pfrunger Ried“, herausgegeben von der Landesanstalt für Umweltschutz Baden- Württemberg. Im weiteren Verlauf entwickelte sich das Bemühen um die Wiederherstellung, Erweiterung, den Schutz und die Erlebbarkeit der Moorlandschaft zu einer Erfolgsgeschichte, welche bis heute anhält!
Der Geschichte zweiter Teil
 Im Juni des vergangenen Jahres lud das Regierungspräsidium Tübingen zu einer Naturschutz-Tagung ins inzwischen erneuerte Info- und Konferenzgebäude am Rande des Moores ein. Das beherrschende Thema war die „Wiedervernässung  von Mooren“ mit dem besonderen Blick auf das Pfrunger-Burgweiler Ried. Im Vorfeld des Tagungsgebäudes und eines kleinen Museumskomplexes sind beachtliche Findlinge aufgereiht, welche die Gletscher einst bis hierher verfrachteten. Die durch das Rheintal und Bodenseebecken transportierten Gesteine haben ihre Ursprünge zum Teil in der Silvretta und den schweizerischen Alpen. Die unmittelbare Umgebung besteht aus Verlandungsseen und einem urigen Moorwald. Der Bereich ist teils mittels Holzstegen begehbar gemacht und vermittelt ein großartiges Erlebnis. Als Betrachter, mit Fernglas ausgestattet, war es mir möglich, eine stattliche Europäische Sumpfschildkröte beim Sonnenbad auf Totholz zu beobachten. Anmerkung: Unsere Seniorengruppe hielt sich anlässlich ihres Ausfluges in diesem Bereich zu einer kleinen Wanderung auf. Die erwähnte Tagung vermittelte Erfreuliches: Das Federseeried wird in dessen nördlichen Bereich durch ein Grabenmanagement wieder angestaut und somit revitalisiert. Frühere Schädigungen des Moores werden dadurch zu Gunsten der Tier- und Pflanzenwelt kompensiert. Um die vor zehn Jahren begonnene großflächige Renaturierung des Pfrunger-Burgweiler Riedes weiter zu entwickeln hat der Baden-Württembergische Minister für den ländlichen Raum, Alexander Bond (Grüne), jüngst einen Spendenbescheid über 2,9 Millionen Euro überbracht, wovon die Hälfte für eine weitere Wiedervernässung gedacht ist. Bis zu diesem Zeitpunkt, so wird mitgeteilt, sind bereits 550 Hektar wieder geflutet worden! Restmittel werden auch zum Ankauf weiterer Randflächen in einer Größe von 70 Hektar verwendet. Die bisher investierten Mittel stellen damit das größte Moorprojekt des Landes dar. Das so begünstigte Projekt stellt überdies das zweitgrößte süddeutsche Moor dar und beherbergt gleichzeitig den größten Bannwald des Landes. Abschließend erwanderten wir bei sachkundiger Leitung Teile der wiedervernässten Landschaft mit dessen Urwaldbeständen.
Beeindruckend! Der Lohn des Aufwandes ist wissenschaftlich kartiert. Viele bedrohte Pflanzen- und Tiergruppen sind wieder heimisch geworden wie z. B. auch Biber, Bekassine, Schwarzstorch, Kiebitz, Flussseeschwalbe u. a.
Die erfolgreiche und politisch angenommene Aufgabe der Rückgewinnung ursprünglicher Natürlichkeit zeigt, was bei entsprechendem Willen möglich ist. Vielleicht werden auch wir Ulmer NaturFreunde dorthin eine Moorexkursion wagen?

Bild: Abgetorfter Hochmoorschild in Regeneration mit Scheidigem Wollgras und Bergkiefer.
Bild: Europäische Sumpfschildkröte im im Pfrunger Ried.
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Naturschutzgebiet "Gronne"



Naturschutzgebiet "Gronne"
Text/Bilder: Gruppe ZAWiW Ulm


Die Gronne an der Donau, ein rund 40 Hektar großes Feuchtgebiet, ist seit 1973 auf Betreiben des Ulmer Umweltverbandes „Die Naturfreunde“ das einzige Naturschutzgebiet im Stadtkreis Ulm. Die so natürlich wirkenden Verlandungsseen wurden vor gut 100 Jahren als Ausgleichsweiher bei dem Bau des ersten Ulmer Wasserkraftwerkes gebaggert und sind heute bedeutende Refugien für bedrohte Pflanzen- und Tierarten, gemeinsam mit dem in den 50er Jahren des letzten Jahrhunderts entstandenen Landschaftsschutzgebiet „Lichternsee“, für das ebenso der Status Naturschutzgebiet angestrebt wird. Diese Donauregion ist auch Teil des europäischen Schutzgebietsnetzes im Sinne der „Flora-Fauna-Habitat-Richtlinie (FFH)“.
 
In den Gewässern finden sich Schwimmblattbestände der Gelben Teichrose (Nuphar luteum), landwärts große Röhrichtbestände mit anschließenden Busch- und Baumregionen, im Südwesten ausgedehnte Hochstaudenfluren und Nasswiesen. Letztere sind Äsusngsräume für Graugänse und Weißstorch.
 
In der Gronne gibt es heute mehr als 140 Vogelarten, darunter Rohr- und Buschsängerarten, Schwimm- und Tauchvögel, Reiher-arten und Tag-Greife, z. B. der Schwarze Milan und die Rohrweihe, aber auch den seltenen Eisvogel. Seit 2000 betreiben Mitglieder der Ulmer „Naturfreunde“ unter Leitung von Roland Maier und mit amtlicher Genehmigung erfolgreich das Artenschutzprojekt „Wiederansiedlung der Flussseeschwalbe (sterna hirundo) auf installierten Brutflößen“. In den Vogelbeobachtungen konnte man die Wiederansiedlung der Graugans verfolgen, leider aber auch das Verschwinden der Drosselrohrsänger und der Zwergrohrdommel.
 
Für die Schutzbemühungen gibt ein grosses Problem, das allgemeine Betretungsrecht, besonders die legitime Freizeitfischerei.  An den Ufern wird gegrillt und gezeltet, es gibt sogar Geocoaching. Die Trampelpfade zerstören die Pflanzen, der Lärm und die Unruhe stören die Tiere und verjagen sie aus ca. 60 % der Festlandufer. Leider konnte das Ulmer Liegenschaftsamt noch nicht alle bisher landwirtschaftlich genutzten Flächen zukaufen.
 
Es ist den Ulmer Naturfreunden ein großes Anliegen und ständiges Bemühen, den Schutz zu verbessern und die zuständigen Behörden und die Ulmer Bürger auf die Schönheit und Bedeutung dieses wichtigen naturnahen Lebensraumes hinzuweisen.

Belastung der Luft mit Feinstaub und Stickstoffdioxid in Ulm

weiter hoch: Regierungspräsidium Tübingen schreibt den Luftreinhalteplan fort

Die Luft in den verkehrsreichen Straßen in Ulm ist nach wie vor mit Feinstaub
belastet. Mit neuen Maßnahmen soll nun die Luftqualität verbessert
werden. Zum 12. November 2012 legt das Regierungspräsidium die erste
Fortschreibung des Ulmer Luftreinhalteplans vor.
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